15.06.2019 | In the Air tonight

„In the Air tonight“: Encantada und Sing & Act im ausverkauften Flugzeughangar
In der grandiosen Atmosphäre des Breitscheider Flugplatzes erwartete rund 400 Besucher ein außergewöhnliches Chorkonzert. 
Zwischen Flugzeugen und der unendlichen Weite des Flugfeldes, versunken im Dämmerungsschein, veranstalteten das Frauenensemble Encantada (Neunkirchen, Kristin Knautz) und der gemischte Chor Sing & Act (Haiger, Gabriela Tasnadi) ein hochkarätiges Doppelkonzert im Flugzeughangar.

Die Vorsitzenden, Alexandra Simon (Encantada) und Carsten Geiß-Preuschoff (Sing & Act), begleiteten in Piloten- und Stewardessendress das begeisterte Publikum wortgewandt auf der Flugroute. Als Pianist des Abends sorgte Peter Scholl für eine fantastische Begleitung einzelner Arrangements. 

Den Abflug gestaltete Sing & Act: „Music“ eröffnete anspruchsvoll und in beeindruckender Weise, choreografisch akzentuiert, den Abend. Der Rockklassiker, ausgezeichnet durch musikalische Kontraste, setzte der 30-stimmige Chor gekonnt charakteristisch in Szene. Somit war die Reisestrecke vorgegeben: abwechslungsreich, cool, ungewöhnlich, auf musikalisch hohem Niveau und thematisch passend zur Location. Das präzise leicht gesungene „Himmel auf“ im Arrangement von Oliver Gies nahm mit eindrucksvollen Harmonien auch den Letzten mit auf die Reise. In lockeren Formationen, klatschend, schnippend oder choreografisch ausgearbeitet überzeugten sie das Publikum. 

Encantada startete mit „Bring me little Water, Silvie“ und perfekt synchron umgesetzter Bodypercussion. Passend zur Location erklang „Wenn du fliegst“, während der Maybebob-Song „Fluch gebucht“ weniger mit Fliegerei zu tun hat: das „ch“ ist hier kein Schreibfehler. Komplexe Jazz-Harmonien meisterten sie mit großer Leichtigkeit. Goethes „Erlkönig“ brachte dank ausgefeilter Phrasierung und Dynamik alle Dramatik der Ballade zum Ausdruck. Ein „Liebeslied“ in verschiedenen Sprachen, in einzelnen Solopassagen, sorgte für ausgiebige Lacher beim Publikum. 

Boardservice per Rollwagen, Rundflugverlosung und geschickt gesetzte Akzente hoben stets den besonderen Charakter hervor. Ebenso ausgefeilt war die Verbindung von feinstem Chorklang mit coolen Arrangements, Mehrstimmigkeit mit Harmonie und Ungewöhnlichem mit Bekanntem. 

Sing & Act sorgte, wie die zum Ende mitfliegende Band „Wallrock“, für steigende Stimmung. Led Zeppelins Klassiker „Stairway to heaven“ zeigte, dass der Chor Rockmusik mit Klangfülle und Intensität beherrscht – ein pfiffiger Kontrast zum Konzertbeginn. Bestens gelungen klang „No Roots“ mit Choreo undBeatbox (Carsten Geiß-Preuschoff) durch den Hangar – mitklatschend erhob sich das Publikum, während die untergegangene Sonne den Hangar in stimmungsvolles Licht tauchte. 

Das große Finale aller, „A Sky full of Stars“, sorgte für überschwängliche Ovationen. Für beide Chöre endete, gemeinsam mit dem Publikum ein eigens für das Konzert arrangiertes Medley singend, ein wundervoller und ganz besonderer Konzertabend an einem ungewöhnlichen Ort.