Der Chor

Der Bass

Der Bass

Sven - Martin - Bernd - Stefan - Mario

Sopran

Sopran

Ulla - Kirsten - Elke - Alex - Sandra - Heidi - Steffi - Karola - Lucia - Mandy - Lea - Diana

Die Damen im Alt

Die Damen im Alt

Steffi - Simone - Marion - Sonja - Katharina - Iris - Ute - Rita - Ute - Tanja - Steffi

Tenor

Tenor

Simone - Micha - Carsten

Es war einmal… – eine Idee!

1998 - Flohmarkt Herborn - Unser erster Auftritt

1998 – Flohmarkt Herborn – Unser erster Auftritt

1995: Seit Jahren waren unsere Mitsänger Klaus und Carsten die mit Abstand jüngsten Mitglieder der „Liedertafel“ Haiger. Immer wurde gesagt: „Mir müsse ma´ aut mache´ weje de junge Leut´, dass mer ma noch en paar krieje!“, aber was geschah? Richtig – nix.

Also machten sich die zwei Wackeren auf, um eine Idee mit Leben zu füllen. Unter absoluter Lebensgefahr für Leib, Kopf und Leber wurde bis tief in die Nacht hinein an der Theke des Hotels „Wasserscheide“ getüftelt und philosophiert, bis ein Konzept erarbeitet war, das die Chorszene des oberen Dilltals ganz schön durcheinander warf: Sing&Act war geboren! Zwar noch nicht ganz so, wie es heute ist, aber in den Grundzügen doch schon erkennbar.

Zunächst galt es, den Vorstand der „Liedertafel“ zu gewinnen. Das war relativ einfach, denn die Idee war ganz gut. Ursprünglich sollte ein Projektchor gegründet werden, der unter der Priorität 4-stimmiger gemischter Chor singen sollte, aber auch Schauspiel- und Choreographieelemente verwirklichen sollte. Zielgruppe sollten junge Leute ab ca. 15 Jahren sein. Erste Kontaktaufnahmen zeigten, dass in Haiger einige Resonanz bestand, doch zunächst musste die Finanzierung stehen. Also musste die Hauptversammlung der „Liedertafel“ zustimmen. Als dies geschehen war, ging es an die Werbung, und am 15.04.1997 war es soweit: Sing&Act nahm mit dem Chorleiter Gerd Moos die Probenarbeit auf. 1998 – Flohmarkt Herborn – Unser erster Auftritt

Vom Projektchor zur festen Größe im Sängerbund; 1997-2001: Wir waren damals etwa 10 junge Leute, die bis auf wenige Ausnahmen bisher nur unter der Dusche gesungen hatten, der Chorleiter, Gerd Moos, hatte also viel Arbeit. Naturgemäß war die personelle Fluktuation sehr hoch. Zu Beginn hatten wir nur einen Sopran und einen Tenor, doch bald schon ging es an die ersten kleinen Auftritte und die Sängerreihen füllten sich, so dass wir langsam aber stetig wuchsen. Das Repertoire zu dieser Zeit bestand aus (noch) relativ einfachen, aber modernen Liedern aus dem Spiritual- und Popbereich, die in der „normalen“ Chorszene in unserer Region noch nie gesungen wurden.

So machten wir uns nach und nach einen Namen und wurden zu Sängerfesten in der Region eingeladen. Aus dem ursprünglichen Projektchor war längst eine feste Größe geworden, doch das Konzept war nahezu unverändert geblieben: jeder Auftritt wurde mit Show untermalt, sei es durch Kostüme oder kleine Spielszenen, so dass aus zusammengewürfelten Songs „Mini-Musicals“ wurden, die beim Publikum sehr gut ankamen. Schon damals war unser Motto „Singen macht Spaß“, eben nicht todernst mit Leichenbittermiene auf der Bühne stehen und stocksteif mit schmerzverzerrtem Gesicht Spirituals im Marschrhythmus stampfen, sondern witzig aufgearbeitet, schwungvoll und leicht, eben jung singen. In diesem Stil ging es weiter, bald waren wir ca. 16 junge Leute zwischen 15 und 40 Jahren mit ziemlich homogener Zusammensetzung in den einzelnen Stimmen. Ein erstes Schnuppern bei einem Wertungssingen ergab positive Noten.

Die jungen Wilden; 2001-2009: Im Jahre 2001 übernahm Ute Lingerhand-Hindsches den Taktstock. Mit ihr sollte eine sehr erfolgreiche Zeit beginnen, in der wir unser Chorprofil schärfen und musikalisch etablieren konnten. In der Stadthalle Haiger fanden großartige Konzerte zu verschiedenen Mottos statt: Musicals, Filmmelodien, Wunschkonzerte á la Jukebox, um nur einige zu nennen, und allein unser Name reichte aus, um ca. 400 Leute in Haigers „gute Stube“ zu locken. Einer der Höhepunkte war dann sicherlich unser Jubiläumskonzert im Jahr 2007, als wir mit einer Rockband zusammen den Spagat zwischen Chor und E-Musik versuchten und die Stadthalle in einen mittanzenden Hexenkessel verwandelten! In dieser Zeit rockten wir die Wertungs-, Kritik- und Preissingen der Umgebung, von Limburg bis Gummersbach. Ein Wertungsrichter sagte nach dem Vortrag: „Junge — ihr lasst mich verstört zurück! Das hätte ich nicht erwartet!“ Dabei hatten wir doch nur afrikanische mit schottischer Musik gemischt…

2009-2012: Seitdem nun sind wieder einige Jahre ins Land gezogen und wie immer im Leben geht es auf und ab, so auch in einem Verein. Von 2009 bis Frühjahr 2012 sangen wir mit Michael Bertelmann.

Mit der schweren Erkrankung und anschließendem überraschenden Tod des Liedertafel-Vorsitzenden und begeisterten Mitsänger Uli Geiß 2011 brach die langjährige Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen Liedertafel und Sing&Act auseinander. Unüberbrückbar scheinen die unterschiedlichen Auffassungen von Chorgesang und Vereinsleben, so dass uns keine Wahl blieb, als fortan getrennte Wege zu gehen.

Was´n Spaß – Sing & Act startet wieder durch; 2012-2014: Am 09.08.2012 schließlich gründeten über zwanzig Gleichgesinnte den Verein „Sing&Act“ neu. Mit neuer Stabführung unter Kristin Knautz ging es gleich richtig ab: innerhalb dreier Proben wuchs der Chor von knapp 20 auf knapp 30 Sängerinnen und Sänger an – Wahnsinn!! Wir haben nun wieder viel vor: anknüpfend an alte Tugenden haben wir verstanden, dass Sing&Act nicht umkrempelbar ist und nur dann gut, wenn das Singen Spaß macht. Das hat es länger nicht mehr gegeben, mit Krissi aber nun wieder umso mehr! Wir erinnern uns wieder an das, was uns mal stark gemacht hat, unsere Spontanität, unsere guten Ideen und unsere gute Singtechnik. Lang verschüttete Tugenden kitzelt Krissi wieder heraus und der Chor merkt endlich wieder, wie gut er eigentlich ist, wenn wir nach langer Zeit mal wieder á capella singen. Nach einem tollen ersten Adventskonzert im Dezember 2012 haben wir gemerkt, dass mit Krissi eindeutig mehr zu machen ist, als ihre Jugend vorgaukelt. Zum Kreisleistungssingen in 2013 nahmen wir uns viel vor und gewannen den Wettbewerb vor den Young Voices und den Jugendfreunden Herborn. Dabei heimste Krissi den zweiten Dirigentenpreis ein. Parallel dazu bereiteten wir ein großes Konzert mit den international bekannten Oper- und Musicalgrößen John und Kaybee Cashmore vor, welches dann im Herbst in Haiger über die Bühne ging. Unter großem Applaus der rund 300 Zuhörer glänzte der Chor, als wir schwierige Musicalstücke alleine oder mit den beiden Cashmores auf die Bühne zauberten. Auch solistisch ist der Chor eine „Ohrenweide“! In 2014 kam dann der vorläufige Höhepunkt: Beim Meisterchorsingen des Hessischen Sängerbundes anlässlich des Hessischen Chorfestivals in Gießen erreichte Sing&Act mit toller Unterstützung von Peter Scholl in der hervorragend besetzten Klasse „Pop-und Jazzchöre“ ein hervorragendes Silberdiplom als bester Chor ohne Auswahlstruktur. Leider setzte das „night of silence“ Konzert dieser Ära ein jähes Ende, denn wir mussten nach nur zweieinhalb Jahren von Krissi wieder Abschied nehmen, da es sie beruflich nach Frankfurt verschlägt.

Eine Tür, die man hinter sich zumacht, ermöglicht das Öffnen einer neuen Tür. Gabriela Tasnadi übernimmt den Taktstock Nun schreiben wir 2015 und wieder heißt es, sich neu zu orientieren. Eine der letzten Amtshandlungen von Krissi war es, uns bei der Chorleitersuche beratend zur Seite zu stehen. Viele Kandidaten interessierten sich für uns, offenbar haben wir in Gießen Wellen geschlagen. Letztendlich fiel die Wahl der Sängerinnen und Sänger auf Gabriela Tasnadi, einer Mezzosopranistin aus Gießen mit großer Chorerfahrung. In der Vorstellungsprobe beeindruckte sie uns mit ihrer Stimmgewalt, ihrer durchdachten Didaktik und ihrer freundlichen, geerdeten und menschlichen Art, mit uns umzugehen. Im März 2015 begannen dann ernsthaft die Proben und gleich hatten wir uns viel vorgenommen: Im Juni galt es, die Titelverteidigung beim Kreisberatungssingen des Dill-Sängerbundes zu verteidigen. Nach intensiven und oft auch anstrengenden Proben haben wir auch dies geschafft und nach nur knapp 4 Monaten Probenzeit mit unserer neuen Chorleiterin die Veranstaltung mit Höchstwertungen und dem Titelgewinn „gerockt“! Das muss uns und Gabi Tasnadi erstmal jemand nachmachen!! Wir sind gespannt, was die Zukunft bringt, Frau Tasnadi hat viel mit uns vor, aber wir sind nicht bange, denn Sing&Act ist mehr, als 30 Leute, die zufällig donnerstags nebeneinander sitzen: Wir sind Freunde! Seit den Anfängen an der Theke des Hotels Wasserscheide ist nun auch das Personal gereift. „Sing&Act“ sind keine jungen Wilden mehr, sondern ein musikalisches Schwergewicht in der Chorszene des Dilltals und darüber hinaus. Wir hoffen, dass das so bleibt und wir weiter außergewöhnlich sein können. Wir dürfen einfach nicht vergessen:

„Singen macht Spaß“

und zwar für die Sänger wie für das Publikum!

PS: U.G., wir haben dir viel zu verdanken. Wir werden dich nie vergessen!